Heute in drei Jahren …

 

Ja, wo werden wir dann sein. Wie es im Moment aussieht wird am 01.08.2010 unsere große Reise starten. Dann wird unser lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gehen. Viele Fragen sind noch offen, einiges muss noch erledigt werden. Wir nähern uns dem großen Finale ganz langsam.

 

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Vor drei Jahren schon haben wir einen ganz großen Schritt gemacht. Wir sind von einem Haus mit 120 qm, Garten, Garage und Keller in eine 2-Zimmer Eigentumswohnung mit 52 qm umgezogen. Freunde von uns, die im Moment mit ihrem Segelboot unterwegs sind, haben es uns vorgemacht. Also, wenn die das schaffen, dann schaffen wir das auch. Durch die Segelei war der Garten und alles drum herum nur noch Quälerei und nachdem in unser Haus eingebrochen wurde, war uns klar, dass wir etwas ändern müssen. Freunden, die während unserer Abwesenheit unseren Papierkram erledigen, kann man nicht noch ein Haus aufs Auge drücken. So fanden wir eine hübsche Wohnung, bauten sie noch ein wenig um und los ging es. Das war eine große Leistung. Sortieren, was wollen wir haben, was brauchen wir, was nehmen wir mit?

Wir verkauften viele unserer Sachen bei EBAY. Zum Glück hatten wir ein halbes Jahr Zeit und so lichtete sich nach und nach unser Haushalt. Dann kam der Umzug, natürlich gab es Tränen, die Nachbarschaft hinter sich lassen und die Unsicherheit, was kommt in der neuen Wohnung auf uns zu. Nun leben wir 30 Monate hier und wir haben es keinen Tag bereut. Wir leben sehr gerne hier in Bad Godesberg, genießen die Nähe zur Natur, aber auch die Stadtnähe. Wir können die Wohnung abschließen und los geht es. Von den Dingen, die wir über Jahre hinweg angehäuft haben und die schließlich bei EBAY im Verkauf gelandet sind, vermissen wir überhaupt nichts. Manfred hat nun die Parole ausgegeben, für alles was neu in unseren Haushalt kommt, muss ein Ding gehen. So schaffen wir es, unser neues Heim nicht zu überladen. Da ich immer noch gerne lese und mein größter Luxus neue Bücher bzw. Hörbucher sind, profitieren viele Freunde von mir. Ich gebe großzügig weiter und bereite somit große Freude. Alles in allem sind wir sehr glücklich hier in unserer kleinen Bude, genießen die Abende auf unserem Balkon und den wahnsinnigen Himmel, der sich uns hier im 7. OG bietet. Die erste Hürde ist erfolgreich genommen.

 

Nun geht es noch um die Ausrüstung von unserer Balimara. Jedes Jahr haben wir etwas für die große Reise angeschafft. Nun steht noch ein Aufenthalt in einer Werft an. Die Aluminiumfenster müssen erneuert werden, unsere feste Scheibe soll so umgebaut werden, dass wir sie öffnen können, damit sich die Hitze nicht so staut. Das Rigg muss nach 14 Jahren überarbeitet und erneuert werden. Ihr seht, es gibt noch jede Menge zu tun. Welche Werft wir wählen, ist noch unsicher. Da Manfred erst im August  loskommt, wird es mit der Biskaya-Überquerung recht knapp. Wir überlegen, ob wir im Jahr 2009 unsere Balimara schon mal nach Nordspanien bringen und dann im 2010 ganz entspannt und locker Richtung Portugal segeln können, mit genügend Zeit für Nordspanien und den Schönheiten unterwegs. Das würde allerdings bedeuten, dass wir unser Schiff im Winter 2008/2009 überholen lassen müssten. Eigentlich würde es nahe liegen, diese Reparaturen in Frankreich machen zu lassen, aber wir sprechen nicht so gut französisch, um mit den Handwerkern zu kommunizieren. Also kommt nur England oder Deutschland in Frage. Diese Entscheidung wird uns noch einiges Kopfzerbrechen machen. Im Moment ändert sich unsere Einstellung dazu fast noch täglich. Aber irgendwann muss die Entscheidung fallen.

Ganz klar ist uns allerdings, dass die Elektronik und alles was mit Kommunikation an Bord zu tun hat, erst ganz am Ende angeschafft wird. Es ändert sich eigentlich im Moment alles viel zu schnell und das, was man heute anschafft, ist morgen schon wieder überholt.