Götakanal

 

eigentlich sind es zwei Kanäle, der Göta- und der Trollhättankanal.

Göta von Mem bis Sjötorp und der Trollhättan von Vänersborg bis Göteborg. Dazwischen liegt der Vänern

 

2002 von Ende Mai bis in den Juni waren wir insgesamt ca. 4 ½ Wochen unterwegs.

Start in Neustadt /Holstein über Gedser ging es nach Klintholm, bei wechselhaftem und unbeständigem Wetter. In Klintholm haben wir bei günstigem Wind den Absprung gewagt, wir planten ein langes Stück vorzulegen, um später mehr Zeit für den Kanal zu haben.

Es ging über Nacht nach Utklippan, dort angekommen und festgemacht wollte ich aus dem Hafenbereich auf die umliegenden Felsen klettern die Umgebung anzuschauen, kaum 2 m weg vom Pier flogen dutzende Möwen (Schein-)Angriffe, die hatten dort überall gut getarnte Nester bzw. Gelege die es zu verteidigen galt. Also Rückzug, kein Spaziergang!

Durch den Kalmarsund, mit Pause in Kalmar, weiter in die Schären südlich von Stockholm. Der Kalmarsund und das anschließende Schärengebiet  ist von Untiefen und Felsen, die teilweise knapp unter der Wasseroberfläche sind, geradezu gespickt. Vorsichtige Navigation und gute Detailkarten sind in diesem Gebiet lebensnotwendig. Wir haben schwedische Sportbootkarten benutzt, damit waren wir sehr zufrieden.

(Siehe Tipps und Tricks – Post it fähnchen!!)

Ankerplatz in den Schären:

 

Die NV-Karte, die wir benutzt haben ist nicht zu empfehlen, viele Fehler, unübersichtliche Kartenschnitte und wichtige Details fehlen. Wir werden beim nächsten Mal auf schwedische Sportbootkarten setzen.

Der eigentliche Plan Stockholm zu besuchen wurde auf Grund von wenig oder viel zu viel Gegenwind aufgegeben, wir sind links abgebogen in Richtung Götakanal.

Die Fahrt durch den Kanal, siehe Logbuch, ist meist nur unter Motor möglich, lediglich auf den größeren Seen macht auch Segeln Spaß.

 

Was hat uns begeistert:

 

-          Die Landschaft erinnert an den Schwarzwald, und man fährt mit dem Schiff mittendurch.

-          der unberührte Zustand der Natur, die Sauberkeit an den allgemein zugänglichen Stellen. Keiner hinterlässt einen „Saustall“, wie meist in Deutschland an solchen Plätzen.

-          Freie Nutzung der Saunen, Waschmaschinen und Liegeplätze am Kanal. Nach Entrichtung der Kanalgebühr ist all das kostenlos.

 

Weiter bemerkenswert:

 

Vänern und Vättern, die großen Seen, haben abseits der Durchgangsroute des Kanals noch viel zu bieten. Bei kräftigem Wind gibt es dort auch anständigen Seegang.

 

Ankern, ist möglich, es gibt fast keine hinweise, man muss sich selbst rantasten und ausprobieren.

 

Trollhättan: Ein bezauberndes Örtchen Kungälv gegenüber von Bohus mit einem kleinen Hafen (Vorsicht, nur ganz vorne an den ersten 2-3 Plätzen ist das Wasser tief genug) sollte man nicht vorbeifahren. Der Ort ist ganz im alten Stiel belassen und man fühlt sich als Spaziergänger in der Zeitachse mindestens um 200 Jahre zurück versetzt. 

 

Die Rückreise führte über Läsö, Anholt, Samsö und dann in drei großen Schritten, wegen vorhergesagter Wetterverschlechterung, nach Neustadt. Die Prognose hat zugetroffen, wir waren kaum im Hafen ging ein heftiger Sturm mit viel Regen über uns weg.

 

Fazit:

 

Götakanal, ja! – ein sehr schöner Törn, wirklich empfehlenswert.

 

Zeit, - je mehr desto besser. 4 Wochen ist fast schon zu kurz und als absolutes Minimum anzusetzen. Es lässt sich nur der direkte Weg, ohne viel Abstecher in lohnenswerte Regionen und interessante Plätze an den Seen, realisieren.

 

Noch Mal? Ja! Dann nehmen wir uns 3 Monate Zeit!!!!

 

Noch mehr Bilder gibt es hier.