Baltrum - Arenberg - Bretagne

Herbst – Zeit zum Relaxen und Kraft zu schöpfen

 

Warum nicht mal auf eine Nordseeinsel fahren zum Ausspannen? Baltrum bietet sich da gerade zu an. Diese kleine, autofreie Nordseeinsel ist mit dem Zug einfach von Bonn aus  in kurzer Zeit zu erreichen. Das Dornröschen der Nordsee, wie Baltrum genannt wird, empfing mich mit kaltem Nieselwetter. Alles grau in grau. Nun egal, eigentlich war ich ja zu einem Seminar über NLP (Neurolinguistische Programmierung) gekommen.

NLP an sich ist keine geschlossene wissenschaftliche Methode oder Theorie. NLP befasst sich vielmehr mit Kommunikationen und stellt dazu eine offene Plattform mit einer Vielzahl einzelner, untereinander abgegrenzter Handlungsanweisungen für die Arbeit mit Menschen in Veränderungssituationen dar (sog. NPL - Formate). Die Anweisungen wurden aus Beobachtungen abgeleitet und nicht im wissenschaftlichen Betrieb entwickelt. Die Psychologen Bandler und Grinder untersuchten detailliert die Verhaltensweisen von auf ihrem Gebiet herausragenden Persönlichkeiten (Unternehmern, Künstlern, Wissenschaftlern) auf mögliche Muster und Gemeinsamkeiten. Sie beobachteten, dass die untersuchten Personen tatsächlich sprachliche und nonverbale Verhaltensmuster aufwiesen, die sich auf bisher noch nicht näher bezeichnete Weise ähnelten. Daraus ergaben sich Anweisungen für NLP-Anwender in höchst unterschiedlichen Problemstellungen. Diese Methodensammlung wird auch heute weiter um vergleichbare Beobachtungen ergänzt. Mit mir reisten 7 weitere Teilnehmer an. Es war eine nette homogene Gruppe, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe.

Natürlich reichen 4 Tage nicht aus, tief in NLP einzusteigen, aber sie haben mir doch einen guten Überblick verschafft, damit ich daran und damit weiterarbeiten kann.

 

Aber nicht zuletzt war auch die Insel Baltrum mit am Erfolg dieses Seminars beteiligt. Schon am Montag strahlt die Sonne von einem wunderschönen blauen Herbsthimmel. In der Mittagspause konnte man leckeren Kaffee und Kuchen auf der Sonnenterrasse genießen. Zwischendurch waren auch Strandspaziergänge möglich. Die Ruhe und Beschaulichkeit, die auf der Insel herrscht ist einmalig und trägt auch zu dem hohen Erholungswert bei. Für mich steht fest – ich komme wieder.

 

Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause ging es am Montag weiter zu einer Ganzheitswoche im Kloster Arenberg bei Koblenz.

Für mehr Information: Kloster-Arenberg

In dieser Woche ließ ich mich mit Aromamassagen verwöhnen. Qi Gong, Wassergymnastik, Meditationen, ein Vortrag über Klostermedizin und Vollwertkost komplettierten das Angebot und machten mich wieder fit für den Alltag.

 

 

Am Samstag, den 28.10. holte Manfred mich ab und weiter ging es dann zu einer gemeinsamen Urlaubswoche in Richtung Fécamp. Arbeitseinsatz stand auf dem Programm. In unserem Gepäck befand sich ein neuer Kühlschrank, den wir in dieser Woche auf unserem Schiff einbauen wollten. Ich spreche bewusst von WOLLTEN, denn in Fécamp auf der Balimara angekommen, stellen wir fest – es ist kein Strom am Steg. Durch die Reparaturarbeiten am Basin Berigny ist wohl die Leitung gekappt worden. Ohne Strom geht bei einer Reparatur eben nichts und so fuhren wir kurz entschlossen in die Bretagne. Leider existieren keine Fotos von dieser Reise, da wir den Fotoapparat vergessen haben. Wir haben nur mit dem Mobiltelefon ein paar Bilder gemacht, aber die sind so schrecklich, dass wir die an dieser Stelle nicht zeigen wollen. Die Bretagne im Herbst zu bereisen hat einen ganz besonderen Reiz. Viele touristische Orte sind verlassen und nur eine handvoll Individualisten sind unterwegs. In Anbetracht der vielen Campingplätze und Ferienhäuser waren wir froh, die Bretagne in dieser Jahreszeit kennen gelernt zu haben. Im Sommer muss es hier rappelvoll sein. So genossen wir bei schönem mildem Herbstwetter die Sonne, die leeren Strände und die wunderbaren Ausblicke. 

 

Unsere erste Station war die Region Morbihan mit ihren Menhir Feldern, langen Stränden und gemütlichen Städtchen. Ein Paradies für Segler, die sich bei jedem Wetter hier verstecken können. Es gibt jede Menge Ankerplätze! Das Hinterland ist gekennzeichnet durch kleine Täler, Flüsse, Wälder, und Heidenlandschaft. Die riesigen Steinalleen von Le Ménec, Kernano und Kerlescan, Alignements genannt, sind weltweit berühmt und wirklich sehenswert.

 

Die nächste Station war die wünderschöne Bucht von St. Anne la Palud. Von dort aus fuhren wir zum Cap Finistère. Finistère bedeutet: Das Ende der Welt. Tatsächlich liegt es im westlichsten Zipfel der Bretagne und bietet eine über 300km lange, wunderschöne Küste. Einschnitte, die mit den norwegischen Fjorden vergleichbar sind, zerklüftete, weite Sandstrände und Klippen, die weit ins Meer ragen. Diese sind sozusagen die Markenzeichen der West-Bretagne. Die Hauptstadt Quimper hat uns sehr gut gefallen. Es ist eine gemütliche Kleinstadt, in der man sich sofort wohl fühlen kann. Als Segler hat es uns natürlich auch in die Hafenstädte gezogen. Roscoff ist gemütlich und sehr schön, wohingegen AberW’rach uns sehr enttäuscht hat, oder haben wir uns einfach zu viel versprochen? Mag vielleicht auch an der Jahreszeit gelegen haben. Die Stadt Brest ist sehr modern und hat auf uns nicht unbedingt ansprechend gewirkt. Die Hafenanlagen und Möglichkeiten für die Segler allerdings sind super.

 

 

Kaum  zu glauben, wie schnell die Urlaubstage vergehen. Schon mussten wir uns wieder auf den Nachhauseweg machen. Aber bevor es nach Hause ging, wollten wir noch einen Streifzug durch die Champagne machen. Wir waren noch nie da und die sanfthügelige Flusslandschaft der Marne, die Weinberge und die netten Dörfchen haben uns ganz in ihren Bann gezogen -  Nicht zu vergessen die vielen Champagnerverkostungen!! Auch die Stadt Reims mit seiner Kathedrale sind absolut einen Besuch wert. Wir haben geschwelgt und gleichzeitig versprochen, auf jeden Fall wieder zu kommen - in zwei Tagen kann man nicht alles sehen (zum Glück ist die Champagne nicht sehr weit von Bonn entfernt).