29.09. – 03.10.2005   Swinging London

 

Wo soll man anfangen, wenn man nach 5 Tagen aus so einer wunderbaren Stadt zurück kommt? Also beginne ich mit der Idee. Über Frida Kahlo, eine Malerin, die uns beide sehr fasziniert, gibt es derzeit eine Ausstellung in der Modern Tate in London. Da wir schon seit ewigen Zeiten nicht mehr in London waren, nahmen wir diese Ausstellung zum Anlass, wieder einmal diese kosmopolitische Stadt zu besuchen. Ja, dann gibt es auch noch Jamie Oliver, der englische Meisterkoch, nach dessen Rezepte wir so gerne kochen im Moment. In sein Lokal Fifteen wollten wir natürlich auch zum Essen gehen. Und so kam es, dass wir einen Flug buchen, einen Tisch reservierten und Karten für Frida Kahlo kauften.

 

Das Abendessen bei Jamie Oliver war absolut delikat. So gut haben wir schon lange nicht mehr in einem Lokal gegessen. Die Zusammensetzung der Speisen war/ist recht ungewöhnlich z.B. Meerbrasse mit Spinat und weißen Bohnen, aber so was von köstlich. Es war wirklich ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Die verschiedenen Kräuter und Gewürze schienen auf der Zunge zu einer wunderbaren Harmonie zu verschmelzen. Auch die dazu gereichten Weine harmonierten hervorragend. Für uns steht fest, wenn wir wieder mal nach London kommen, dann gehen wir auf jeden Fall wieder ins Fifteen.

 

Am Freitag hatten wir eigentlich nicht viel vor. Nicht das touristische London hatte es uns dieses Mal angetan, sondern eher das maritime. So besuchten wir die Marina in London, direkt neben der Tower Bridge in den alten St. Kathrins Docks. Es ist wirklich ein schöner Platz, um London zu besuchen, wie man auf den Bildern sehen kann.

 

Am Abend wollten wir Billy Elliot, das angesagte Musical in London ansehen, aber leider geht in London anscheinend nichts ohne Planung. Alle Veranstaltungen waren ausverkauft, selbst über Ticket-Verkaufbüros war nichts zu machen. Da wir beide auch Freddy Mercury Fans sind,  haben wir uns kurzfristig entschlossen  „We will Rock You“! anzusehen. Es war fetzig, gute Musik und vor allem eine super Stimmung im Theater. Wir waren begeistert.

 

Am Samstagmorgen dann ging es in die Modern Tate. Die Ausstellung über Frida Kahlo ist absolut gelungen. Die Audioführung war eine der besten, die wir je genossen haben. Viele Detailinformationen mit Videoclips, Auszügen aus Fridas Tagebuch, Gespräche mit Zeitzeugen. Einfach herrlich und informativ. Die Ausstellung wurde in vollem Umfange dieser ungewöhnlichen Künstlerin gerecht, die trotz ihrer schweren Behinderung immer ihre Würde und Schönheit bewahrt hat. Überhaupt ist die Modern Tate ein beeindruckendes Gebäude. Eine frühere Fabrikhalle, die umgebaut wurde. Gewöhnungsbedürftig, aber in jedem Fall sehenswert.

 

Nach der Ausstellung schlenderten wir noch an der Themse entlang, am London Eye vorbei, wo schon wieder riesige Schlangen gebildet haben. Also keine Chance auf eine Fahrt in die luftige Höhe, es sei denn, man nimmt enorme Wartezeiten in Kauf und das wollten wir auch nicht. Also noch ein wenig durch die Stadt schlendern und alles auf sich wirken lassen.

 

Der Sonntag war reserviert für das beschauliche und bizarre London. Beide Extreme so dicht beieinander, das gibt es wirklich nur da. Mit der U-Bahn ging es nach Little Venice. Am Grand Union Kanal liegen malerische Narrow Boats, die als Hausboote genutzt werden. Ein Spaziergang entlang des Kanals ist absolut lohnenswert. Mit einem solchen Narrow Boat kann man am London Zoo vorbei bis nach Camden fahren. Endstation ist der Camden Market, ein Sonntagsmarkt, der keine Wünsche offen lässt. Dort findet man die bizarrsten Gestalten und Dinge. Einfach treiben lassen und staunen. Nach der beschaulichen Flussfahrt ist das Bad in der Menge als ob man in eine ganz andere Welt kommt.

 

 

Am Montag war unsere Reise schon wieder zu Ende. Aber wir hatten noch Zeit die „Golden Hind“ zu besichtigen. Ein Nachbau von Sir Francis Drakes Kriegsschiff. Kaum zu glauben, dass in so einer kleinen Schaluppe 60 Mann Besatzung untergebracht waren. Nur schon bei der Besichtigung kann man spüren, unter welch schwierigen Umständen die Besatzung dort leben musste.