Sommerurlaub 2005

Reise vom 27.05 – 26.06.2006

 

Endlich, unser lang ersehnter Sommerurlaub ist da. Freitag Abend 27.05.2005 hielt uns nichts mehr in Bonn. In Windeseile war alles eingepackt und los ging es Richtung Fécamp. Samstag wollten wir verproviantieren und Sonntag dann mit dem Nachmittaghochwasser in Richtung England. Wir hatten ja vor, bis zu den Scillys zu segeln.

Sonntag hat es leider geschüttet, so entschieden wir, erst am Montag zu segeln. Bei Sonnenschein und gutem Wind ging es dann über den Kanal. In der Bucht von Swanage machten wir eine kleine Pause. Am Mittwoch wachten wir schon mit dem bekannten TUUUT – TUUT auf. Draußen Nieselregen und Nebel. Kann uns nicht abschrecken, also nichts wie Anker auf. Nach einer viertel Stunde war es so unsichtig, dass wir uns vorsichtig auf den Ankerplatz zurücktasteten. Wir haben zwar Radar an Bord, aber herausfordern wollten wir dann doch nichts. Donnerstag wurde es auch nicht besser, dann war Windstärke 7 angesagt. So suchten wir Schutz im Hafen von Poole, ein nettes Örtchen an der englischen Südküste. Endlich kamen wir zu unseren obligatorischen Fish and Chips. Leider wollte das Wetter einfach nicht besser werden und den ursprünglichen Plan, zu den Scillys zu segeln, mussten wir aufgeben – also ein Befreiungsschlag zu den Kanalinseln. Je näher wir Frankreich kamen, desto besser wurde das Wetter. Nach einer Woche Regen sahen wir endlich blauen Himmel. Gegen 22 Uhr wurde der Wind immer schwächer, also motorten wir, um aus dem vielbefahrenen Verkehrstrennungsgebiet im englischen Kanal  heraus zu kommen – Sundowner, schöne Atmossphäre, da machte es RUMMS – der Motor war schlagartig aus, es piepste an allen Instrumenten. Wir hatten ein abgeschnittenes Fischernetz gefangen. Manfred meinte, das wäre wie ein Sechser im Lotto, der wäre mir aber viel lieber gewesen. Es nützt nichts, Manfred versuchte einen Teil des Netzes abzuschneiden, dann vorwärts – rückwärts – unser Leinenschneider funktionierte und so konnten wir die Fahrt unter Motor weiter fortsetzen, allerdings nicht nach Lézardrieux, sondern nach Guernsey. Dort gibt es Werkstätten, die uns helfen könnten. So war es auch. Gleich morgens sollten wir an der Tankstelle sein, um die Balimara aus dem Wasser zu holen. Aber beim Ablegen verfing sich der Rest des Netzes, der Motor ging aus, ließ sich nicht mehr starten und wir trieben mitten im Hafenbecken. Zum Glück halfen uns die Stegnachbarn.  Die Werft sagte zu, gleich jemanden zu schicken, der uns abschleppt. Ja, so ist Segeln – täglich eine neue Herausforderung.

Kurz und gut, wir hatten viel Glück - das restliche Netz konnten wir ohne Probleme entfernen, den Leinenschneider allerdings hat es zerfetzt, die Stopfbuchs-Dichtung ist etwas lädiert und muss im nächsten Jahr gewechselt werden.

 

Fisch gefangen

 

Von Guernsey aus segelten wir nach Sark in eine Ankerbucht, die uns der Werkstattmeister empfohlen hatte. Es war gewaltig und wir wurden wirklich für all die ausgestandnen Ängste versöhnt. Zwei Tage gönnten wir uns das Schauspiel, das uns die wechselnden Gezeiten boten. Einfach herrlich. Sark selbst ist noch ziemlich urwüchsig.

 

An der Mooring in Sark

 

Von Sark aus ging es dann nach Jersey. Aber irgendwie war es uns nach all der Natur dort viel zu geschäftig und so segelten wir weiter zur Iles Chaussey. Diese Inseln sind zwar im Privatbesitz, aber französisches Territorium. Natur pur, wunderschöne Blumenwiesen, Felsenlandschaften. Empfangen wurden wir von einer Oldtimer Parade und zum Sonnenuntergang gab es ein Konzert mit Dudelsack, Flöte und bretonischen Liedern, ganz spontan so von Schiff zu Schiff. Was könnte man von einem Paradies noch mehr erwarten.

 

Iles Chaussey

 

Die Westseite von Sark hat uns auch noch mächtig interessiert. So haben wir auf der Heimreise dort noch Station gemacht. Allerdings war die Bucht recht rollig. Wir waren froh, als wir uns auf den Weg nach Alderney machen konnten. Das Alderney Race berühmt – berüchtigt und Stoff für so manches Seglerlatein. Es war spannend und wir haben die Schussfahrt genossen. Die Bojen in Alderney waren zu unserem Erstaunen mit guten Tampen ausgerüstet, die man einfach nur aufnehmen und an der Klampe festmachen musste. Während die Hafenstädte auf Guernsey und Jersey fast Großstadtcharakter haben, ist Alderney verträumt und ländlich. Auch da hat es uns sehr gut gefallen, schon alleine der Milchprodukte wegen.

 

Weiter ging die Reise nach Cherbourg, das Manfred von seinem letzten Herbsttörn in nicht all zu guter Erinnerung hatte. Dieses Mal zeigte es sich von seiner besten Seite, schöne Cafés, Bistros, Restaurants, Marktplätze und Geschäfte in Bereich der Altstadt sorgten für einen „mediterranen“ Eindruck. Das Wetter mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel hat das ganze Bild abgerundet.

Danach ging es ganz schnell über St. Vaast und Le Havre zurück nach Fécamp.

FAZIT  unserer Reise:

·           Insgesamt haben wir 580 Meilen zurückgelegt

·           Unsere Hydrovane hat bestens funktioniert und wir haben ihr den Namen „Minna“ gegeben

·           Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir zwei Dosen geöffnet haben:
1 Dose Würstchen
1 Dose Hummersuppe

·           Die Hafenliegegebühren in England sind doch nicht so überteuert (vielleicht haben wir uns schon daran gewöhnt)

·           Die Kanalinseln sind ein herrliches Stückchen Erde, die wir sicherlich mal wieder besuchen werden

·           Absolutes Highlight waren die Illes Chaussey

·           Die Bootswerften in England arbeiten gut, zuverlässig und gewissenhaft – konnten wir schon im letzten Jahr bei der Reparatur unseres Unfallschadens feststellen.

·           Unser Weatherman hat immer zuverlässige Daten geliefert

·           Wir haben einen neuen Japaner in Form eines TOHATSU Außenborders an Bord. Unser Yamaha hat nach 25 Jahren seinen Geist aufgegeben

·           Die Schleppangel hat uns zuverlässig mit frischen Makrelen versorgt

·           Die englische Küche ist wirklich viel besser geworden. Es gibt wunderbare Lokale, die delikate Gerichte anbieten.

·           Wir sind rundherum glücklich und zufrieden nach Hause gefahren.

 

 

Worauf wir hätten verzichten können:

 

Auf das Netz in der Schraube. Da das statistisch gesehen im Seglerleben nur einmal passiert haben wir es hinter uns – hoffentlich!!!

 

Und hier gibt es noch mehr Bilder