Fécamp Ostern 2005

 

Schon zu Hause bekam ich von Manfred die Erfolgsmeldung, dass die Solarpanele Strom liefert und unser Weatherman die ersten Wettervorhersagen ausgespuckt – toller Erfolg!! Ich habe mich dann am Donnerstag auf den Weg gemacht, ganz bequem mit dem Zug bis Fécamp. Das habe ich richtig genossen – mit dem Thalys von Köln nach Paris und dann an der Seine entlang bis Rouen – durch eine ganz zauberhafte Landschaft -  und mit dem Schienenbus bis nach Fécamp. Ca. 300 m von unserem Liegeplatz entfernt ist der Bahnhof – also super bequem. Leider haben in Paris die Bediensten der öffentlichen Verkehrsbetriebe gestreikt und deshalb gingen die U-Bahnen von Paris Bahnhof Nord nach St. Lazare nur im Stundentakt. Ich hatte zum Glück genügend Zeit und habe meinen Anschlusszug bekommen.

 

Am Freitag hatte Manfred keine Lust mehr zu malochen. So haben wir einen Ausflug nach Rouen gemacht. Rouen ist eine Stadt mit wunderschönen alten Fachwerkhäusern. Das ganze Stadtzentrum ist gut restauriert. Man glaubt sich in alte Zeiten versetzt und kann fast die Kutschen fahren hören und das Lärmen einer mittelalterlichen Stadt. Die Kathedrale von Rouen sieht sehr filigran aus, obwohl sie riesig ist. Wir beide kamen aus dem Staunen und Schauen nicht heraus. Wir hätten stundenlang durch Rouen bummeln können.

 

Webseite Rouen    Ein Spaziergang durch Rouen in Bildern

 

 

Nach Fécamp zurück fuhren wir an der Seine entlang. Ein wunderschönes, nicht begradigtes Flusstal, mit sanfthügliger Landschaft, Burgen, alten Kirchen und Klosteranlagen. Wenn die Armada der alten Traditionssegler auf der Seine nach Rouen unterwegs ist, muss das ein großartiges Bild sein. Nun, vielleicht schaffen wir es mal dieses großartige Schauspiel zu sehen.

 

Samstag war dann aber wieder ein Arbeitstag. Die Windfahnensteuerung musste installiert werden. Es war ganz schön anstrengend vor allem für Manfred immer wieder rein in die Backskiste und wieder raus. Ich war wie immer Handlanger und habe für Handwerkszeug und Getränke gesorgt. Alles hat prima geklappt – nur eine Abstandsstange hatte der Hersteller zu kurz geliefert – schade. Aber alle Halterungen sind fest und der Rest ist nur noch eine Kleinigkeit.

Als wir so gemütlich im Cockpit bei einem Apéro saßen, winkte von der Pier ein Paar. Offensichtlich meinten die beiden uns. Dann fiel der Groschen, es war die Familie Leroy, die wir über einen ehemaligen Kollegen von Manfred kennen gelernt hatten. Frau Leroy stammt aus Fécamp und beim Spaziergang erinnerten sie sich an uns. Es war eine nette Plauderstunde und wir wurden für Ostersonntag zum Apéro zu ihrem Vater (93 Jahre) eingeladen. Es war für uns beide ein besonderes Erlebnis. Dieser Mann war Besitzer der Werft direkt gegenüber vom Basin Berigny und kennt Fécamp wie kein anderer. Wir haben uns in drei Sprachen mit ihm unterhalten. Hut ab vor so viel geistiger Fitness. Das alte Haus selbst war auch ein Erlebnis. So viele Bilder über Meer und Schiffe haben wir noch nie gesehen. Es war für uns eine Ehre, zu Gast bei diesem Herren zu sein. Das sind Begegnungen mit Menschen, die das Reisen so wertvoll und einzigartig machen.

In der Woche 15 soll unser Schiff aus dem Wasser. Wir müssen dringend die Schraube von Muscheln und Bewuchs befreien und mit Antifouling beschichten, die Opferanoden müssen erneuert werden und wir wollen auch sehen, ob sich der Copperbot-Anstrich bewährt hat. Er muss nach zwei Jahren neu angeschliffen werden. Dazu aber mehr im nächsten Bericht.