Bevor wir heute wieder nach Fécamp starten, wird es Zeit unsere „Krangeschichte“ zu schreiben. Als wir ankamen war noch nicht klar, ob es überhaupt klappt. Franc unser Bootsnachbar wollte uns das Gestell für zwei Tage ausleihen, aber er hatte den Termin falsch verstanden. Aber, plötzlich war ein Gestell, was für unser Schiff passend war, da und es konnte losgehen. Nach 2 Jahren war es an der Zeit, die Balimara mal aus dem Wasser zu holen, um das Unterwasserschiff zu begutachten. Wir haben das Unterwasserschiff mit „Copperbot“ beschichten lassen und nun wollten wir wissen, ob es tatsächlich funktioniert. Vorab sei schon mal gesagt: JA, es hat. Es war nur Schleim und Schmier drauf, der schnell mit dem Hochdruckreiniger entfernt war. Die paar Seepocken rutschen nur so weg.

Balimara frisch aus dem Wasser, mit Schleimbelag 

Aber nun noch mal an den Anfang. Die Schleuse geht auf, wir legen ab. Da sehen wir ein Fischerboot reinkommen und halten uns ganz links am Rand des Hafenbeckens, weil die Fischerboote immer rechts an den Kühlhäusern anlegen. Wir wollen ihn nicht behindern. Er fährt zuerst geradeaus mitten im Hafenbecken und dann ändert er seinen Kurs ganz plötzlich auf uns zu! Nun im Bug steht ja einer, der sieht uns??!! Nein, der Fischer kommt mit einem „Affenzahn“ immer näher. Wir geraten in Aufregung. Endlich schreit der Mann am Bug: RÜCKWÄRTS. Manfred gibt Gas, reißt das Ruder rum und der Spuk ist vorbei. In einem halben Meter Entfernung passiert uns das Fischerboot. Das war wirklich das Manöver des allerletzten Augenblicks. Der Mann an der Schleuse fasst sich an den Kopf: Pecheurs!!!!

 

Mit wackeligen Beinen legen wir am Besucherpier an. Die erste Hürde war geschafft. Nun wartete die nächste Herausforderung – das Kranen. Wie, Was, Wo, Wann??? Michele, auch ein Stegnachbar, begrüßte uns und merkt sofort, dass wir in dieser Beziehung Greenhorns sind. Er nahm uns unter seine Fittiche und organisierte alles. Wir waren nur noch Statisten. Von überall her kamen die Mitglieder vom Yachtclub Fécamp und so war es für uns total einfach, das Schiff aus dem Wasser zu holen. Eine super Erfahrung für uns – an dieser Stelle Vielen Dank an all die Helfer, die uns so spontan unterstützt haben beim Rausholen und auch wieder beim Ins Wasser lassen.

Michele..., die guten Seelen

 

Jetzt hieß es schnell arbeiten. Leider war das Wetter nicht so super, es regnete was vom Himmel kam. Innerhalb kurzer Zeit waren wir völlig durchgeweicht, aber was soll’s für einen richtigen Segler spielt das keine Rolle. Reparieren, Investieren, Optimieren und Saubermachen sind ja bekanntlich die schönsten Seiten am Segeln – oder war da etwa noch was?????

 nun glänzt er wieder

mit neuem Antifouling

Nun glänzt die Schraube wieder messingfarben und hat einen neuen Schutzanstrich. Die Opferanoden sind gewechselt, das Unterwasserschiff angeschliffen und die Borddurchlässe gangbar gemacht. Unsere Balimara schwimmt wieder und ist bereit für den Sommerurlaub. In diesem Jahr wollen wir zu den Scilly Islands segeln – wenn es der Wind zulässt.

 fertig zum Kranen

Heute (04.05.05) fahren wir wieder nach Fécamp. Wir wollen unsere Hydrovane ausprobieren. Aber darüber schreiben wir im nächsten Bericht.